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Letzigraben - Kernfahrbahn



Liebe Stadt, seit fünf Jahren fahre ich diese Strecke zweimal täglich, doch ich habe immer noch nicht verstanden, welchen Vorteil die Kernfahrbahn an dieser Stelle bringen soll. Die Situation, wie auf den Fotos zu sehen, tritt mehrmals täglich auf – nicht nur zu den Stosszeiten. Da es sich um eine wichtige Achse für den MIV + Velos handelt, führt die aktuelle Gestaltung immer wieder zu Problemen.

Selbst zu Zeiten, in denen die Strasse fast leer ist, fahren die meisten Autos über die Velospur. Und ehrlich gesagt, kann ich das teilweise nachvollziehen. Es scheint sicherer zu sein, direkt auf der Velospur zu fahren, anstatt im letzten Moment auszuweichen, weil ein Auto entgegenkommt.

Übersehe ich hier etwas? Gibt es einen klaren Vorteil dieser Gestaltung? Angesichts des vorhandenen Platzes frage ich mich täglich, welche Überlegungen hinter dieser Planung standen.

Ich weiss dass dieser Abschnitt irgendwann zu einer VVR umgestaltet werden soll, aber wie ihr selbst wisst, lösen die aktuellen VVR-Umsetzungen solche Probleme nicht (siehe Basler-/Bullinger-VVR).

Erstellt am: 8.3.2025

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brummbaer

9.3.2025

In den Niederlanden sind Kernfahrbahnen standart vorallem bei Ortdurchfahrten oder auf den Deichstrassen, wo der Platz für eine abgetrennte Infrastrukur nicht reicht.
Der Unterschied ist, das der Verkehr auf diesen Strassen im Verhältniss eher gering ist und die Niederländer (Velo wie Autofahrer) wissen wie sie sich in Kernfahrbahnen zu verhalten haben.
Vielfach werden dort (vorallem in Ortschaften) die Velostreifen auch als Parkplatz verwendet. Aber das ist kein Problem, da wird das Velo vorgelassen und erst wieder überholt wenn es Platz hat.

Aber in einer Stadt auf so einer stark befahrenen Strasse macht das für mich keinen Sinn. (in der Theorie ja in der Praxis Nein)
Bearbeitet: 09.03.2025, 14:35:19
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pinkisdead

9.3.2025

Danke für diese interessante Information. Ich bleibe bei deinem Punkt, dass Kernfahrbahnen dort geplant werden, wo nicht genug Platz ist. In diesem Abschnitt des Letzigrabens ist das definitiv nicht der Fall, da überproportional VIEL Platz vorhanden ist. Auf beiden Seiten der Strasse sind die Trottoirs riesig (besonders auf der Seite der Badi). Daher meine Frage: „Was haben sich die Planer dabei gedacht?“
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haku

8.3.2025

Einfach um es nochmal zu erwähnen.
Das Stimmvolk hat für mehr sichere Velowege abgestimmt und mit einer deutlichen Mehrheit zugestimmt!
Darf man fragen WANN man gedenkt das umzusetzen ?

Und ich frage ich auch warum es im Ausland in andere Städten, z..B in Paris möglich ist, dass man in kurzer Zeit Straßen für Autos sperrt und schöne und sichere Velowege Baut.
Das verändert das Stadtklima zum Positiven für ALLE Bewohner....
Nur in Zürich schafft man es offenbar nicht.

Ein bisschen Farbe ist KEINE Velo- Infrastruktur!

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brummbaer

9.3.2025

Weil unsere Gesetze eine schneller Umsetzung nicht hergeben. Bei uns kann man gegen alles eine Einsprache erheben. (bei vielen VVR Projekten der Fall) mit genug Kohle kann man die Einsprachen auch bis zum bitteren Ende vor Gericht bringen. (siehe Hardturm Stadion)
Da liegt das Hauptproblem, wenn man mit dem eg. wichtigen Recht der Einsprache Politik macht.
Dann gibt es noch die übergeordneten Gesetze Bund und Kanton die auch als Bremse dienen, bzw. wenn der Kanton nicht will kann man auf einer dem Kanton gehörenden Strasse nichts umsetzen.
Und letzer Punkt, der unsägliche Anti-Stau Artikel in der Kantonsverfassung (Anti Stau Initiative) der verhindert eben auch vieles (wie Spurabbau etc.)<

Kurz solange die Übergeorndeten Gesetze nicht angpeasst werden und das Recht der Einsprache bei durch Volksentscheide legitimierten Projekte nicht eingeschränkt wird, wird in diesem Land nichts schnell gehen.
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samuvelo

8.3.2025

Wie wäre es zu schauen, ob vielleicht eine Plakatkampagne bei solchen Situationen helfen könnte. Ich nehme an, der Grossteil der Autofahrenden überlegt/versteht einfach nicht, dass es für die Velos mühsam ist (z.B. „Velostreifen freilassen und nur im Notfall befahren - Fahrbahn reicht bei Tempo30 gut für das Kreuzen von LKW/PW“ und ein entsprechendes Bild).
Nützt‘ nüt schad‘s nüt.
Bearbeitet: 08.03.2025, 20:42:24
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simulant

8.3.2025

Ach, die Kernfahrbahn.

War, ist und bleibt mir ein Rätsel, was diese den Velos bringen soll.

Der MIV wird regelrecht darauf konditioniert, die Velostreifen zu befahren, im Kreuzungsfall auf T30 Strecken werden Velos regelmässig mit 40 noch knapp überholt und abgedrängt und bei dichtem MIV bleibt von der Velospur wie hier gar nix mehr übrig.

Wird dieser Quatsch in aktuellen Bauprojekten weiterhin geplant? Und mit welchen Argumenten? Wer ist dafür verantwortlich? Wer muss mit dem Velo in Stosszeiten an den Letzigraben geschickt werden für einen Reality Check?
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zweiracabrio

8.3.2025

Vielleicht bräuchte es einen Kernfahrbahn-Mittelstreifen, so dass die SUV- und sonst übermässig gross-Autofahrenden etwas haben, woran sie sich orientieren können, weil sie ihre voluminösen Limousinen rechts kaum im Griff haben und so vielleicht weniger im Velostreifen fahren.

Etwas ähnliches fällt mir immer wieder auf bei längs Geparktem und Velostreifen auf der anderen Seite, wenn die Einbahn-Fahrbahn eher schmal ist.
Die meisten Autos, die an solchen Stellen durchfahren, halten mehr Abstand zum Parkierten als zu den Velofahrenden, weil sie fast auf dem Velostreifen fahren... :-/
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simulant

8.3.2025

@zweiracabrio : Die Kernfahrbahn wird ja leider grade dort oft aus dem Hut gezaubert, wo die Fahrbahnbreite nicht für normkonforme getrennte Gegenfahrbahnen reicht. Leider eine Nicht-Lösung und meiner Ansicht nach völliger Quatsch.

Aber ja: Ihren rechten Rand haben die wenigsten Autolenkenden im Griff - kein Gefühl dafür, Null.
Das zeigt sich auch beim gutgemeinten weiträumigen Überholen mit 3m Abstand auch wenn 1.5m genügen würden. Oder beim Velo-Gegenverkehr in Einbahnstrassen wo viele rechts des Autos mehr Platz lassen als links, wo ich mit dem Velo kreuzen will.
Leider kein Wunder in unserer Zeit, wo sich die Wenigsten über ihren Radius im Klaren sind, auch ohne Blechhülle.
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